Lukas M. Pagel

10/7/2022

MEI-Q: Modell für Assessments

Ein Leitfaden zur Besetzung für geistig anspruchsvolle Stellen in Kanzleien

Ratgeber
Motivierte Bewerberin

Sie wollen sichergehen, dass Sie die besten Mitarbeiter für Ihre Rechtsanwaltskanzlei oder ihr Unternehmen einstellen? Wir haben hierfür einen neuen Leitfaden entwickelt - den MEI-Q. Er könnte der Schlüssel sein. Aber was genau ist der MEI-Q und warum ist er wichtig?

In vielen Assessment-Verfahren werden Bewerber hauptsächlich anhand von konkreten und messbaren Fähigkeiten bewertet, wie guten Noten und Zeugnissen, einem umfangreichen Lebenslauf sowie vorweisbaren Qualifikationen. Diese sogenannten Hardskills können zwar für viele Jobs von Vorteil sein, sind aber nicht immer ausreichend, wenn es um geistig anspruchsvolle Aufgaben wie die Lösung neuer Probleme, Kreativität oder schöpferische Tätigkeiten geht. Tatsächlich haben Bewerber, die sich durch auswendiges Lernen hervorgetan haben, oft Schwierigkeiten bei diesen Herausforderungen. Aus diesem Grund hat Justin Legal einen "Kompass" entwickelt, der es uns ermöglicht, Kandidaten zu identifizieren, die sich langfristig als wertvolle Mitarbeiter in noch nicht absehbaren Situationen bewähren und weiterentwickeln werden: den MEI-Q.

Daber steht der MEI-Q für den Motivations-Quotient (MQ), den Emotional-Quotient (EQ) und den Intelligenz-Quotient (IQ). Diese drei Faktoren sind entscheidend für den Erfolg eines Mitarbeiters im beschriebenen Berufsumfeld. Doch während der IQ oft im Fokus steht, sind Motivation- und emotionale Intelligenz oft unterschätzt.

Der Motivations-Quotient (MQ): Aus Überzeugung

Motivation ist ein wichtiger Faktor für die Leistung eines Mitarbeiters. Mitarbeiter, die motiviert sind, sind eher bereit, sich für das Unternehmen einzusetzen und höhere Leistungen zu erbringen. Eine hohe Motivation kann auch dazu beitragen, dass Mitarbeiter länger im Unternehmen bleiben.

Um den MQ eines Kandidaten zu bestimmen, könnten Sie beispielsweise Fragen zu ihren Karrierezielen und ihrer Einstellung zu Herausforderungen stellen. Es ist auch wichtig, darauf zu achten, ob der Kandidat in der Vergangenheit bereits engagiert war und sich für Projekte eingesetzt hat.

Fragen zum Prüfen der Motivation können sein:

„Warum bewerben Sie sich für diesen Job?“

„Was wird das großartigste sein, das Sie in Ihrem Berufsleben geleistet haben?“

„Wenn Sie nur noch 1 Jahr zu leben hätten: Was würden Sie in der übrigen Zeit tun?“

Um das Gespräch und die Gedanken des Bewerbers anzuregen, ist es wichtig, ihm genügend Zeit für die Beantwortung der Fragen zu gewähren und längere Denkpausen zuzulassen. Diese sind ein Indikator für selbstreflektierende Überlegungen. Um den Bewerber nicht zu beeinflussen, sollten eigene Meinungen außen vor gelassen werden und lediglich das vom Bewerber Gesagte wiederholt werden.

Der Emotional-Quotient (EQ): Der Wert emotionaler Intelligenz

Emotionale Intelligenz, auch bekannt als emotionaler Intelligenzquotient (EQ), bezieht sich auf die Fähigkeit, eigene und die Gefühle anderer zu verstehen und adäquat damit umzugehen. Eine hohe EQ kann dazu beitragen, dass Mitarbeiter besser in Teams zusammenarbeiten und in stressigen Situationen ruhig bleiben.

Um den EQ eines Kandidaten zu bestimmen, könnten Sie Fragen zu ihrem Umgang mit Konflikten stellen oder nach Beispielen fragen, in denen sie die Gefühle anderer berücksichtigt haben. Es ist auch hilfreich, darauf zu achten, ob der Kandidat in der Lage ist, Empathie zu zeigen und die Perspektive anderer zu verstehen.

„Woran merken Sie, wenn Sie unter Stress stehen? Wie gehenn Sie damit um?“

„Können Sie uns von einer Situation erzählen, in der Sie eine Meinung hatten, die sich von der Meinung der Mehrheit unterschied? Wie haben Sie diese Meinung vertreten?“

„Können Sie uns von einer Situation erzählen, in der Sie jemanden trösten mussten? Wie haben Sie das gemacht?“

Der Intelligenz-Quotient (IQ): Warum Intelligenz allein nicht ausreicht

Der Intelligenz-Quotient (IQ) misst die Fähigkeit, logisch zu denken und Probleme zu lösen. Ein hoher IQ ist sicherlich von Vorteil im Beruf, um abstrakte Probleme zu lösen, aber er ist nicht der einzige Faktor für den Erfolg.

Eine Art IQ-Schnelltest ist in Elon Musk's Biographie "Elon Musk: Tesla, PayPal, SpaceX - Wie Elon Musk die Welt verändert" zu fiinden. Seine vermeindliche Lieblingsfrage an Bewerber:

Mitarbeiter mit hohem EQ und MQ sind oft besser in der Lage, in Teams zu arbeiten und Kundenbeziehungen aufzubauen, was für viele Unternehmen von großer Bedeutung ist. Eine hohe Intelligenz kann auch dazu führen, dass Mitarbeiter schneller lernen, aber wenn sie nicht motiviert sind oder Schwierigkeiten haben, die Gefühle anderer wahrzunehmen und zu verstehen, kann das ihre Leistung und ihren Erfolg im Job beeinträchtigen.

„Sie stehen auf der Erdoberfläche. Sie laufen eine Meile südlich, eine Meile westlich und eine Meile nördlich. Dann kommen Sie genau dort an, wo sie gestartet sind.

Wo sind Sie?“

— Elon Musk (Tesla, PayPal, SpaceX - Wie Elon Musk die Welt verändert)

Fazit: Warum der MEI-Q der Schlüssel für das Recruiting sein kann

Der MEI-Q ist ein wichtiges Werkzeug bei der Einstellung von Mitarbeitern für geistig anspruchsvolle Tätigkeiten mit sich verändernden Herausforderungen. Indem Sie den MQ, EQ und IQ eines Kandidaten berücksichtigen, können Sie sicherstellen, dass Sie bestenfalls jemanden einstellen, der nicht nur abstrakt intelligent ist, sondern auch motiviert und emotional intelligent ist. Diese Faktoren zusammengenommen können dazu beitragen, dass Ihre Mitarbeiter und Ihr Unternehmen langfristig erfolgreicher sind.